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| Warum
sind die Amis so fett? Der New Yorker Filmemacher Morgan Spurlock ging in „Michael-Moore-Manier“ dieser tief schürfenden Frage nach und ernährte sich im Selbstversuch 30 Tage lang nur von Produkten der größten Fastfood-Kette der Welt. Erstaunliches kam zu Tage: 25 Pfund mehr auf den Rippen, Leberwerte zum Erschrecken und Blutwerte, die seine Ärzte in höchste Alarmbereitschaft versetzten… In seinem top-satirischen, in Sundance 2004 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichneten Film, fragt Spurlock nach der Verantwortung der Konzerne und Konsumenten, nach dem großen Geld, das mit der „Fastfood-Kultur“ gemacht wird und nach den Möglichkeiten, die schwergewichtigen Amerikaner wieder zu einem gesünderen Volk zu machen. Ein ironischer Schlag in den Magen, angereichert mit viel Fett und Fakten über eine fragwürdige Mega-Industrie. „Amerika ist die fetteste Nation auf Erden, herzlichen Glückwunsch!“ Das ist einer der ersten Sätze in Morgan Spurlocks preisgekrönter Doku-Satire über die Fast-Food-Manie und deren Folgen in den USA. Geschockt von den Fakten über die verfettete Bevölkerung seines Heimatlandes fragt der Filmemacher, ob es eine direkte Verbindung zwischen der Fastfood-Ernährung und dem lebensbedrohlichen Übergewicht, unter dem viele Amerikaner schon heute leiden, gibt:
Aufgrund dieser erschreckenden Fakten startet Morgan Spurlock einen spektakulären Selbstversuch: Nachdem ihm verschiedene Ärzte und Gesundheitsberater seine absolute körperliche Fitness attestiert haben, legt er ein Gelübde ab. Zum Entsetzen seiner Freundin Alex (sie ist von Beruf „Vegan Chef“, eine vegane Ernährungsberaterin!) wird er 30 Tage ausschließlich bei McDonalds essen. Hier seine Regeln:
McDonalds ist der Fastfood-Gigant in einem durchaus dubiosen Geschäft voller Branchen-Riesen. In den weltweit 30.000 Filialen essen täglich 46 Millionen Menschen – soviel wie die Gesamtbevölkerung Spaniens. In den USA hat McDonalds 43% Marktanteil und ist überall: in jeder Kleinstadt, an Flughäfen, Bahnhöfen und sogar - traurige Ironie - in Krankenhäusern. Aber Spurlock belässt es nicht bei der Kritik an dem viel gescholtenen Marktführer. Während seiner Fast-Food-Diät reist er durch die USA, nimmt Schulkantinen-Essen ins Visier, sucht das Gespräch mit Fastfood-Fans und Fitness-Trainern, mit Ernährungsexperten und Marketing-Profis der Nahrungsindustrie, mit Politikern und Fastfood-Lobbyisten. Spurlock verdeutlicht, dass die Vorliebe für preiswertes, jederzeit verfügbares und schnell sättigendes Essen ein gesellschaftliches Phänomen ist, dessen Wurzeln tief im mobilen „American Way of Life“ verankert sind. Und er zeigt schonungslos die Folgen dieses Lebensstils: den Horror der Radikal-Diäten; Die Geschäftemacherei mit Nahrungszusätzen; den gesundheitlichen Niedergang der „fettesten Nation der Welt“. Spurlocks zunächst amüsantes Selbstexperiment bekommt gegen Ende des Films eine unerwartet dramatische Note. „BigMacs“ und „Freedom Fries“ haben ihn innerhalb eines Monats um 25 Pfund schwerer gemacht. Sein Körperfett-Anteil ist von 11 auf 18 Prozent hochgeschnellt, der Cholesterinspiegel liegt bei ungesunden 230 (vorher unbedenkliche 168) und seine Leberfettwerte sind so dramatisch, dass ihm ein Arzt zum vorzeitigen Abbruch rät. Außerdem ist er depressiv, hat Kopfschmerzen und fühlt sich antriebslos. Und Spurlocks Freundin muss zugeben, dass die Libido ihres Freundes leider auch nicht mehr das sei, was sie einmal war... Im Dokumentar-Stil von Michael Moore vermischt Morgan Spurlock subjektive Erfahrungen und hart recherchierte Fakten, schafft eine höchst unterhaltsame Gratwanderung zwischen satirischer Unterhaltung und gesellschaftskritischer Dokumentation. Ist die Überfettung der Amerikaner auf einen Mangel an Selbstdisziplin zurückzuführen? Oder tragen die allgegenwärtigen Fastfood-Konzerne für die Fett-Kranken eine ähnliche Verantwortung wie die Tabakindustrie für Nikotinsüchtige? Wie präzise Spurlock mit seiner Attacke auf Fettsucht und Ernährungsindustrie einen empfindlichen Nerv nicht nur der Amerikaner getroffen hat, zeigt das überwältigende weltweite Medien-Echo. |